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„Es war wie aus einem Buch von Jaroslav Foglar...

Ich wollte es dieselben Abenteuer erleben, wie im Buch, und bin überzeugt davon, dass die Geschichte dieser Firma bereits damals geschrieben wurde – auf dem Schulhof während der großen Pause.

Mehrmals bemerkte ich, wie Achtklässler meinen beiden Klassenkameraden seltsame, zu Dreiecken gefaltete Briefchen gaben . „Was ist das? Wer schickt es ihnen? Warum wollen sie es mir nicht verraten?“ Nach einem Monat des Drängelns, gaben sie endlich nach. „Dann komm morgen mit uns. Nach der Schule, um drei Uhr, hinter der Stadt.“

„Das war im Herbst, im Jahre 1990. ”

Er war regnerisch trüb, typisch Herbst. Wir wateten durch den Morast und ich wusste immer noch nicht, wohin wir gehen. Wir kletterten den Wall der Festungsstadt hinauf und als wir unterhalb der Anhöhe standen, sah ich seltsam gekreuzte Stangenspitzen und Rauch. Unter uns hinter dem Wall stand ein Tipi. Das hatte ich bis dahin nur im Winnetou Film gesehen. Mein Herz schlug wie verrückt.

Alle draußen starrten mich misstrauisch an. Neuling! Aber ich durfte eintreten und von da an war ich wie Alice im Wunderland. Um das Feuer saßen große Jungen, alle lachten und schüttelten mir nach und nach die Hand. „Alle nennen mich Pádlo, und wir geben uns hier die linke Hand.“ Das war im Herbst des Jahres 1990, und derjenige, der mich begrüßte, ist heute mein Gesellschafter.

Zu Weihnachten jenes Jahres erhielt ich von meiner Mutter eine tschechische Militärfeldflasche.
Das war eine Rarität, denn es war damals sehr schwierig, diese zu beschaffen. Wie alles damals.

„Dukaten brauchen wir auch im Winter.

Zehn Jahre später sitzen wir mit Pádlo auf der Heizung und wippen mit den Füßen. Wir sind Unternehmer. Aber wir sind unternehmerisch als „Höhenarbeiter“ tätig. Wir sind Bergsteiger, leisten Höhenarbeiten. Im Winter ist es aber eher kalt und es gibt kaum Arbeit. Manchmal gelingt es, einige Bäume zu schneiden, aber Pádlo hat bereits eine Familie und braucht Dukaten auch im Winter.

„Wir bräuchten etwas, was wir auch im Winter tun könnten. Etwas, wie einen eigenen Laden eröffnen.“ Selbstverständlich sind wir pleite, also leihen wir uns 150.000 (damals noch in Mark). Pádlo gibt sie sofort im Handumdrehen bei Herrn Sturm in Deutschland für die erste Ware aus. Ich dachte, wir würden mindestens 50 Tausend auf dem Konto als Reserve behalten, aber Pádlo erklärt mir, dass das Geld rotieren müsse.

Am 1. Mai 2001 eröffnen wir den ersten Laden.

Am 1. Mai 2001 eröffnen wir den ersten Laden. Er hat 20 m2 und kein Lager. Am 1. Juni ging uns das Geld aus, als gingen wir zur Bank, um weitere 200.000 auszuleihen. Wir wählten die Bank gewissenhaft aus und gingen dorthin, wo das schönste Fräulein hinter dem Schalter stand. Überraschenderweise gab man es uns und ich glaubte nicht, dass wir es jemals zurückzahlen könnten.

Zwei Jahre lang läuft alles wie geschmiert. Wir haben eine eigene Verkäuferin und machen nebenbei unsere „Höhenarbeiten". Alles, was das Geschäft einbringt, geht für die Ware und für die Bezahlung eines Mitarbeiters drauf. Wir ziehen in eine größere Verkaufsstelle um und ich habe das Gefühl, dass ich einen unternehmerischen Höhepunkt erreicht habe und nicht mehr arbeiten muss.

„Onlineshop? Was ist das?”

„...Ein Geschäft im Internet. Du verkaufst die Waren und jeder aus Prag oder Ostrava kann diese bei dir kaufen. Du verkaufst viel mehr als im Geschäft, weil jeder aus dem ganzen Land bei dir einkaufen kann“, erklärt Pádlo.

„Blödsinn. Du kannst nie mehr als in einem Geschäft verkaufen. Darauf wette ich. Das schaffst du nicht!“ Im Sommer 2005 starten wir den ersten Onlineshop und verkaufen innerhalb von drei Monaten über das Internet genauso viel, wie im Laden. Wir tragen die Pakete zur Post und haben drei Mitarbeiter. Pádlo hatte wieder Recht.

Am 4. März 2010 gründen wir die Gesellschaft MILITARY RANGE s.r.o.
Und betreiben diese bis heute.

Ende des Jahres 2008 stellen wir zwei Dinge fest: Erstens, wir brauchen ein größeres Lager mit Versand und einen Shop. Zweitens, wir können nicht zwischen zwei Stühlen sitzen. Die spezialisierte Bautätigkeit überlassen wir daher unserem Kollegen und Freund.

Und da die Immobilienpreise enorm sind und die Wirtschaftskrise des Jahres 2009 vor der Tür steht (was wir damals natürlich nicht wussten), kaufen wir das ehemalige Theater und den späteren Disco-Club Déčko mit einer Tonne Briefe von Fans der tschechischen Boyband Lunetic.

Diesmal gab uns die Bank jedoch nicht das vorab genehmigte Geld. Die Investitionen in das Gebäude, in die Software und in die Waren waren enorm. Die Gesamtverschuldung stieg auf 8 Millionen. Es nützt nichts, wir werden wahrscheinlich noch einige Zeit arbeiten müssen.

Anfang des Jahres 2010 ziehen wir in eine neue Verkaufsstelle mit einem Lager mit einer Gesamtfläche von 600 m2 um und gründen am 4. März die Gesellschaft MILITARY RANGE s.r.o. Tja, und wir arbeiten heute noch.

Gegenwart

Wir könnten schreiben, dass wir die größten, berühmtesten, besten sind und das breiteste Angebot haben… Und das wäre wirklich wahr. Denn die Zahlen sprechen für sich. Für uns zählen jedoch andere Werte.


Wir sind ein gesundes Unternehmen, das auf einem soliden, langjährigen Fundament aufgebaut ist. Unsere Waren sind unsere Waren, die wir für unser Geld gekauft haben. Wir betrachten es als unseren größten Erfolg, dass wir immer das Wort gehalten, haben, nicht nur gegenüber unseren Kunden, sondern auch gegenüber unseren Mitarbeitern und Lieferanten. Wir sind stolz darauf, dass wir auch nach 20 Jahren allen in die Augen sehen und per Handschlag Geschäfte machen können, und dass wir genau solche Geschäftspartner und Mitarbeiter haben, die wir haben.

Kamil „Pádlo, Bidlo, Mnich“ Krejza
Vladimír „Koudelka, Koudy“ Chmelař
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